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Fairlag-Aktionsbündnis |
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29.08.10 Seit etwa einer Woche bin ich offiziell wieder daheim, doch es galt, vieles nachzuarbeiten, was sich während des Urlaubs angesammelt hat. Deshalb kommt dieser Eintrag erst jetzt. Die Zeit auf Amrum war wunderschön, auch wenn der Kleine im Moment ein etwas anstrengendes Alter hat. Dennoch habe ich die Tage auf der Insel sehr genossen. Das Schreiben lief immer flüssiger und machte einfach nur Spaß! Was recht selten passiert, da ich nicht so sehr das reine Schreiben, sondern die Überarbeitung mag. Die frische Meeresluft und ausgedehnte Spaziergänge in den Dünen können einen wahren Kreativitätsschub hervorrufen und so haben mich viele gute Einfälle ereilt. Da ich diese Insel so sehr mag, habe ich mich gefragt, warum ich Zarah und Gallagher nicht einfach dorthin schicke? Schließlich müssen sie eh eine Schlager singende Nixe und den Meeresgott Ekke Nekkepenn besuchen. Warum dann nicht auf Amrum? Die Szenen sind inwzischen so bildgewaltig in meinem Kopf, dass ich kaum erwarten kann, sie zu schreiben und so auf Amrum zurückzukehren. Doch leider ist es noch nicht soweit. Zuerst muss Gallagher sich noch ein wenig mit kniffligen Berichten herumschlagen:
"Mühsam kämpfte er sich durch den Bericht zu dem Fall. Nach der vom Obersten Dämonenrat verabschiedeten Neuen und Vereinfachten Rechtschreibung 2.15.x existierte nur eine wichtige Regel: Man schrieb, wie man sprach oder was man hörte. Der rheinhessische Kollege beherrschte die Neue Rechtschreibung einwandfrei: „Es Herz vun dere Tode (Gaddung: Mensch) konnde mer net ausfinnisch mache. Anschoinend hot der Ogreifer (Gaddung: Formwandler) des Organ endwended. Die Grausamkeid vun dere Tad setzde besonders dene im Oisatzteam vorhandene Novize zu, die sisch dodrufhie abwechselnd iwwergewwe mussdn.“" |
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31.07.10 Morgen fahre ich mit meiner Familie nach Amrum in den Urlaub. Ich liebe diese Insel und freue mich schon sehr auf die erholsamen Tage am Meer. Das bedeutet aber: In den nächsten drei Wochen werden hier keine Beiträge veröffentlicht. Ich hoffe sehr, dass es danach auch für mich ein paar Neuigkeiten gibt, auf die ich immer noch warte. Urlaub bedeutet für mich aber keine Schreibpause. Der Laptop kommt mit und es wird fleißig weitergearbeitet. Zumal es im Moment wirklich sehr gut läuft (toi toi toi). Meistens schreibt es sich während eines kleinen Tapetenwechsels umso schöner. |
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27.07.10 Wie ich erfahren habe, ist ab heute auch das eBook zu meinem Roman "Nachtseelen" lieferbar. Diesmal ging es doch ziemlich schnell. Denn das "Schattenseelen" - eBook hat fast ein halbes Jahr gebraucht, um das Licht der Welt zu erblicken. Noch gibt es keine Abrechnungen vom Verlag, aber ich bin sehr gespannt, ob sich die elektorinische Version des Romans verkauft.
In diesem Artikel berichtet die Süddeutsche z. B., dass in den USA durch Amazon mehr eBooks verkauft werden, als Hardcover. Sehr spannend, diese Entwicklung. Ob der Trend bald auch Deutschland erreicht? Ich muss sagen, noch bin ich von den eBooks nicht gänzlich überzeugt. Ich nehme weiterhin lieber ein "richtiges" Buch in die Hand. Und ihr? Wer auch allgemein Statistiken und Berichte rund um den Buchmarkt mag, der wird sich vermutlich auch für diesen Thread bei Montségur interessieren. Laut einigen Berichten ist der Internet-Buchhandel auf 15% gestiegen. |
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17.07.10 Diese Frage bekomme ich oft in Interviews gestellt und sie lässt mich immer etwas ratlos zurück, weil ich sie kaum vernünftig beantworten kann. Die Ideen sind irgendwann einfach da und wollen realisiert werden. Während man es sich antrainieren kann, regelmäßig zu schreiben, kann man das Erscheinen einer (guten) Idee leider kaum erzwingen. Wenn sie fehlt, dann läuft nichts, egal, ob man die Wände hochgeht oder nicht. Es gibt ein paar Taktiken, die dabei Hilfe versprechen, doch meistens kommen die Ideen dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Deshalb plagt mich manchmal eine leise Angst: Was, wenn mir nichts mehr einfällt? Da mir zum Glück (toi toi toi) immer etwas eingefallen ist, kann man also nur noch eins machen: Vertrauen in die eigene Kreativität haben und Ruhe bewahren. Beim Schreiben versuche ich deshalb gegenüber neuen Ideen offen zu bleiben und schaue, ob die Einfälle mit dem festgelegten Plot vereinbar sind. Manchmal kommen aber Ideen, die mit dem aktuellen Projekt nichts zu tun haben. So ist mir am Donnerstag passiert, als mich urplötzlich ein Geisterblitz zu einem neuen Projekt beinahe erschlagen hat. Es hat mich so hart getroffen, dass ich mich gar nicht mehr auf meine Zarah konzentrieren konnte. Was tun? Es gab nur eine Lösung: Ein Exposé schreiben. Es war unglaublich, wie schnell und plastisch die Handlung dabei entstanden ist. Innerhalb von zwei Stunden hatte ich einen beinahe lückenlosen Plot. Den ich dann gleich an meine Agentin geschickt habe. Nun warte ich gespannt auf die Rückmeldung und kann mich jetzt weiter mit Zarah beschäftigen. Das Mädel hatte gerade ein sehr interessantes Gespräch mit einem Wodjanoi, einem russischen Wassergeist, der in den Toiletten des Hamburger Ordnungsamtes lebt und einen recht schrägen Sinn für Humor hat. Das Schreiben an dieser Szene hat mir wirklich Spaß bereitet. Worüber ich mich umso mehr gefreut habe, da ich in den letzten Tagen leider einen kleinen Motivationshänger hatte. |
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Wenn die Autorin sich in einen Falschen verliebt ... |
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10.07.10 Das Schreiben ist ein Abenteuer. Obwohl ich immer sorgfältig zu plotten versuche, hält die Muse des Öfteren ein paar Überraschungen für mich parat. Diese Überraschungen kommen dann, wenn man sie eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kann, dann jedoch mit so einer Wucht, dass sie einen durchaus dazu verleiten, die halbe Handlung über den Haufen zu werfen. So ist mir vor Kurzem ergangen. Mein neuer Roman ist sehr eigenwillig, das habe ich bereits zu spüren bekommen. Zuerst musste ich einsehen, dass es besser wäre, den Prolog zu verwerfen und die Ereignisse, die dort passieren, in die eigentliche Handlung einzubauen. Nun kam es diese Woche zu einer neuen Erkenntnis: Mr. Right, den ich für meine Protagonistin Zarah ausgesucht habe, ist doch nicht der Richtige für sie. Im 3. Kapitel trat eine Nebenfigur auf und ich habe mich in sie ... total verknallt. Ich konnte nichts dagegen tun. Neben diesem Typen sah der ursprüngliche Mr. Right so kläglich aus, dass ich nicht mehr ernsthaft daran denken konnte, ihn an Zarahs Seite zu stellen. Gallagher heißt der Neue mit dem Antlitz eines jungen Gottes (mal von einem schiefen Nasenbein abgesehen) – was für einen Dämon schon ein schweres Los ist: „Lästermünder behaupten, er hätte sich die Nase eigenhändig gebrochen, um es überhaupt in die Akademie zu schaffen. Denn für Dämonen mit so einem Äußeren existierte nur ein Gewerbe, in dem sie hätten tätig werden können … Trotz seiner zum Erbrechen schönen Visage waren dem jungen Dämon während der Ausbildung viele Herzen zugeflogen. Auch Zarahs – für etwa zwei Wochen, bis Ash sie zur Vernunft gebracht hatte. Wobei sie sich mit ihrer plumpen Offenheit zum Gespött der ganzen Akademie gemacht hatte. Daher mied sie Begegnungen mit ihm, obwohl das Ganze bereits zwei Jahre zurücklag.“ Ich glaube, ich habe den Anfang bereits 6 Mal komplett umgeschrieben. Ich hoffe, ich bin nun damit durch und kann weitermachen, sonst kriege ich hier langsam die Krise. Meine bisherige Erfahrung zeigt allerdings: Romane, mit denen ich am meisten zu kämpfen habe, werden die schönsten … P.S.: Ist es bei euch auch so heiß? Unter solchen Temperaturen ist sogar das Tippen anstrengend. |
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